Quatuor pour la fin du temps

Nachtkonz­ert mit Großprojektion

Gör­litz im kalten Win­ter des Kriegs­jahres 1941 – in den Waschräu­men des STALAG VIII A, einem Stamm­lager der Wehrma­cht, proben vier franzö­sis­che Kriegs­ge­fan­gene – alle­samt Beruf­s­musik­er vor ihrem Kriegs­di­enst – für eine geschicht­strächtige Urauf­führung. Am herun­tergekomme­nen Klavier sitzt der Schöpfer des Werks per­sön­lich: Olivi­er Mes­si­aen. Ein kleines Ensem­ble aus Klar­inette, Vio­line und Cel­lo formiert sich um ihn, eine selt­sam anmu­tende Beset­zung, die aus der kär­glichen Auswahl an Musik­ern ent­stand, die Mes­si­aen im Lager vor­fand. Von einem musik­lieben­den Lagerkom­man­dan­ten hat­te er ein wenig Noten­pa­pi­er und Schreib­waren erhal­ten, um seine Kom­po­si­tion zu notieren. In ein­er eiskalten, dicht mit Lagerin­sassen und Auf­se­hern gedrängten Baracke, kam es Mitte Jan­u­ar 1941 schließlich zur Urauf­führung des Werks, das wie ein musikalis­ch­er See­len­spiegel auf alle Anwe­senden gewirkt haben muss: das „Quatuor pour la fin du temps“, das „Quar­tett für das Ende der Zeit“. Doch bei allen apoka­lyp­tis­chen Klangschlucht­en, die in dieser Musik bis in den düsteren Abgrund fall­en, ver­hält es sich bei Mes­si­aen ähn­lich wie bei Bach. Note für Note atmet die Musik des Quar­tetts tief­ste Gläu­bigkeit und Spir­i­tu­al­ität, sie ver­mit­telt eine Vision der Endzeit, die keines­falls im Nichts endet und nie vom Glauben an das ewige Heil abfällt – eine Klang­sprache, die ger­ade in der aktuellen Zeit sub­stanziell erscheint. Das Quar­tett für das Ende der Zeit ist ein Meis­ter­w­erk, dessen tief­gründi­ger Gehalt wohl nur als Pro­dukt ein­er der­ar­ti­gen Extrem­si­t­u­a­tion entste­hen kon­nte, der­er sich Mes­si­aen in den Kriegswirren aus­ge­set­zt sah. Starke Kon­traste bewe­gen dieses Werk – das Ensem­ble Kon­traste bringt das Endzeitquar­tett an diesem Abend gemein­sam mit dem Licht- und Videokün­stler Christoph Brech zu ein­er bewe­gen­den Auf­führung. Das audio­vi­suelle Konz­ert­pro­jekt inten­siviert die Wirkung der Musik und feiert kraftvoll das 70ste Jubiläum­s­jahr der Uraufführung.

Beset­zung:
Ensem­ble Kontraste
Christoph Brech – Licht- und Videoprojektionen

Pro­gramm:

Olivi­er Mes­si­aen (1908 – 1992)

Text: Musi­ca Bayreuth

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